Geschrieben von Kai Hohlfeld on Oktober 23, 2015 in News

Immer wieder geistert durch die Presse das „Schreckgespenst“ unbezahlbarer Beiträge in der PKV im Alter. Ich möchte hier einige Fakten zu diesem Thema zusammenfassen, und das Bild welches oft durch die GKV erzeugt wird, ins richtige Licht zu setzen.

Im Unterschied zur GKV, in der gar keine finanziellen Rücklagen fürs Alter (Alterungsrückstellungen) gebildet werden, gibt es innerhalb der PKV verschiedene „Sicherungssysteme“, um die Beiträge im Rentenalter zu stabilisieren. Dazu gehören:

  • 10 % Beitragszuschlag, basierend auf dem Tarifbeitrag
  • Alterungsrückstellungen innerhalb eines jeden Tarifs
  • Gewinne und Überschüsse, die innerhalb der PKV-Unternehmen entstehen.

PKV im alter teuer ? Wie kommt das ?

Nimmt man die o.g. finanziellen Mittel zusammen, verfügen die privaten Krankenversicherer heute (2015) über Rücklagen von mehr als 200 Mrd. (MILLIARDEN!) EUR. Diese Mittel stehen zur Verfügung, um Beiträge älterer Privatversicherter stabil zu halten. Nun sind aber die Presseberichte auch nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Welche Ursachen hat es also, dass es durchaus Kunden gibt, die als Rentner nahezu 1000 EUR PKV Beitrag zahlen ? Dies kann aus meiner Sicht mehrere Ursachen haben:

1. Billigtarif Private Krankenversicherung

Oft hört man von Super-Sonderangeboten wie z.B.: Private Krankenversicherung schon ab 59,- EUR … Selbst wenn theoretisch solche Tarife möglich wären… Was glauben Sie, bieten diese Tarife an Leistungen im Ernstfall ? Und was glauben Sie, wie hoch wird die Alterungsrückstellung sein, die in solchen Lockangeboten kalkuliert ist ? Eine private Krankenversicherung mit einem Beitrag von unter 200 EUR monatlich (in der Vollversicherung) ist entweder ein Angebot von dem man unbedingt die Finger lassen sollte, ODER es handelt sich um einen sog. Großschadentarif mit Selbstbehalten von mehreren tausend EUR im Jahr.

2. Wechsel der privaten Krankenversicherung – Beitrag sparen !

Viele Versicherte haben in den vergangenen 20 Jahren mehr als einmal die private Krankenversicherung gewechselt. Teilweise aus gutem Grund, teilweise auf Empfehlung des mehr oder weniger guten „Beraters“. In PKV Tarifen der alten Generation ging bei einem Wechsel regelmäßig die komplette Alterungsrückstellung verloren, und kam dem Versichertenkollektiv zugute. (Oder über Umwege auch dem Versicherer) Das ist der Grund, weshalb Sie eine Entscheidung für eine private Krankenversicherung IMMER unter dem Aspekt treffen sollten, den Rest Ihres Lebens in dem gewählten Tarif, zumindest aber bei der gewählten Gesellschaft versichert zu sein. Wechseln Sie nämlich innerhalb einer Versicherungsgesellschaft den Tarif, gehen Ihnen die Altersrückstellungen nicht verloren. PKV-versicherte, die sich aber beispielsweise mit 45 in der PKV versichert haben, und dann alle 3 Jahre die Gesellschaft wechseln, stehen jetzt mit 67 ohne ein Kapitalpolster da. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb versicherte im Alter hohe Beiträge zahlen.

3. keine Tarife zur ABE (Beitragsentlastung im Alter) – Einsparung nicht gespart !

Der Höchstbeitrag der GKV liegt aktuell bei 602,25 EUR (ohne Zusatzbeitrag und Pflegepflichtversicherung). Nimmt man den Zusatzbeitrag von aktuell rund 1 % mit in die Betrachtung, nähert sich der Höchstbeitrag (ohne Pflegepflichtversicherung) schnell der 700 EUR Marke. Die Beitrag in der PKV liegen selbst bei deutlich besseren Leistungen in der Regel unter diesem Höchstbeitrag. Gerade bei jungen Unternehmern oder leitenden Angestellten macht die Ersparnis meist mehrere hundert Euro monatlich aus. Will man also einen ernsthaften Vergleich der GKV und der PKV anstellen, müsste man die gesparten Beiträge bei einem Wechsel in die PKV in jungen Jahren anlegen, und das so angesammelte Kapital im Alter ebenfalls zur Finanzierung der Beiträge verwenden. Zusammen mit der Alterungsrückstellung reicht dann nämlich das Kapital oft sogar aus, um im Alter GAR KEINEN Beitrag mehr für die private Krankenversicherung zu zahlen. WENN man es von Anfang an richtig macht !

Vermeiden Sie folgende Fehler beim Wechsel in die PKV:

  • Wechseln Sie nicht mehr in die PKV, wenn die verbleibende Zeit bis zum Renten/Pensionsalter zu kurz ist. Ich empfehle persönlich den Wechsel von der PKV ab einem Alter von 45 nur noch in Einzelfällen ! Nur dann ist gewährleistet, dass auch noch genügend Rückstellungen fürs Alter aufgebaut werden können.
  • Treffen Sie die Entscheidung für einen PKV-Tarif bzw. eine Gesellschaft immer in dem Bewusstsein, dass Sie dies eine Entscheidung für den Rest Ihres Lebens ist. Neben den Altersrückstellungen spielt bei jedem Wechsel auch der Gesundheitszustand eine Rolle. Und sobald dieser sich verschlechtert ist ein Wechsel nicht mehr, oder nur zu ungünstigen Bedingungen möglich !
  • Lassen Sie sich nicht auf dubiose Anbieter ein, die Ihnen den Wechsel innerhalb  einer PKV-Gesellschaft zu niedrigeren Beiträgen aber gleichen Leistungen versprechen. Das ist schon rein von der Logik her unmöglich. Oft werden hier entweder Leistungskürzungen verschwiegen, oder Ihre bisher bereits angesammelten Alterungsrückstellungen werden vorzeitig mit Ihrem Beitrag verrechnet. Dis mag zwar auf den ersten Blick angenehm erscheinen, rächt sich aber auf jeden Fall später !

… beachten Sie die genannten Punkte, und lassen Sie sich bei einem Komplexen Thema wie einer privaten Krankenversicherung auf jeden Fall durch einen kompetenten Versicherungsmakler beraten. Diese Beratung ist in der Regel durch die Provisionen finanziert, welche ohnehin in die Versicherungsprodukte einkalkuliert ist. Sie bekommen also für die Beratung keine Rechnung. Darüber hinaus haftet ein Versicherungsmakler für Fehler in der Beratung, und muss dafür auch eine entsprechende Haftpflichtversicherung vorhalten.

Egal wie man es dreht, SIE KÖNNEN NUR GEWINNEN, wenn Sie sich durch einen Makler beraten lassen ! Wir zeigen Ihnen gerne, wie man eine PKV auch im Alter bezahlbar gestaltet !

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